Veranstaltungen im Januar/Februar 2020
Dauerausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945“ in der BBS II, Godehardstraße 11, Göttingen
Kinder und Jugendliche in der NS-Zwangsarbeit
Eine Führung durch die Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit“ mit Tabea Hildebrandt (Geschichtsstudentin)
Veranstaltet von der Geschichtswerkstatt Göttingen e.V. und Dauerausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945“
Bis zu 60.000 Menschen mussten während des Zweiten Weltkriegs in Göttingen und Umgebung Zwangsarbeit leisten. Viele von ihnen waren noch sehr jung — einige waren Jugendliche oder sogar Kinder. In dieser thematischen Führung werden fünf dieser jungen Zwangsarbeitenden vorgestellt. Erst zwischen fünf und 21 Jahren alt waren sie, als sie in Polen, der Sowjetunion, den Niederlanden oder Italien von Wehrmachtssoldaten aus ihren Heimatdörfern entführt und nach Südniedersachsen deportiert wurden. Wie sah ihr Leben in der Zwangsarbeit aus? Welche rassistischen Gesetze und Vorurteile bestimmten ihre Überlebenschancen und Handlungsstrategien? Wie empfanden sie ihre Befreiung 1945 und welche Spielräume hatten sie danach, ihr Leben zu gestalten?
Gemeindehaus St. Paulus, Wilhelm-Weber-Str. 15, Göttingen
Der Verein „NS-Familien-Geschichte“
Von persönlicher Spurensuche zum politischen Einmischen
Erzählcafé mit Katrin Raabe und Roland Laich
Moderation: Laura Marahrens, Freie Altenarbeit Göttingen e.V.
Die Veranstaltung ist kostenfrei, Spenden sind herzlich willkommen!
Veranstaltet von Freie Altenarbeit Göttingen e.V.
Anfangs wollten Katrin Raabe und Roland Laich die NS-Vergangenheit ihrer Familien ans Licht holen. Dafür recherchierten sie in Archiven, Museen, Gedenkstätten, suchten Orte auf, in denen ihre Verwandten im 2. Weltkrieg waren, z.B. Stuttgart, Lothringen, Luxemburg, Elsass, Zentralfrankreich.
Sie lernten zahlreiche Menschen kennen, die sie mit großem Engagement unterstützten. Ebenso trafen sie Menschen, deren Angehörige unter den Taten der Verwandten von Katrin und Roland gelitten hatten oder für deren Tod sie in der NS-Zeit verantwortlich waren. So wurde aus persönlichem Interesse ein Bildungsprojekt, das sich gegen den erschreckenden Rechtsruck einmischt.Filmtheater Lumiere, Geismar Landstraße 19, Göttingen
„Der zweite Anschlag“
Dokumentarfilm
Veranstaltet von amnesty international Göttingen
Spätestens mit der Mordserie des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) zeigt sich die erschreckend langatmige Kontinuität von rassistisch motivierter Gewalt in Deutschland. In diesem eindrucksvollen Film kommen ausschließlich Opfer bzw. Angehörige zu Wort (der Titel bezieht sich auf die Wahrnehmung etlicher Betroffener in Bezug auf die Verdächtigungen der Polizei).
Es stehen weniger die Taten selbst, als vielmehr der Umgang der Mehrheitsbevölkerung mit diesen Verbrechen im Mittelpunkt. DER ZWEITE ANSCHLAG dokumentiert die bisher kaum beachtete Perspektive der Betroffenen und die Sichtweisen der migrantischen Communities.
Ein Mitglied des Filmteams steht anschließend zur Diskussion zur Verfügung.
Dauerausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945“ in der BBS II, Godehardstraße 11, Göttingen
Lauter und mutiger — Strategien gegen den Rechtstrend in der deutschen Gesellschaft
Vortrag und Diskussion mit Imran Ayata, Autor und Campaigner, Berlin
Die Veranstaltung ist Teil des Rahmenprogramms der Ausstellung „4074 Tage — Tatorte des NSU“.
Veranstaltet von der Geschichtswerkstatt Göttingen e.V. und der Dauerausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945“ in Kooperation mit dem Haus der Kulturen Göttingen
Mit dem Einzug der AfD in den Bundestag und mittlerweile alle Landesparlamente hat sich der gesellschaftliche Diskurs nach rechts verschoben. Andere Parteien und Akteur_innen verharren im Abwehrmodus und übernehmen Denkmuster der Rechten. Was bedeutet das für die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen und für den Kampf gegen Rassismus? Und wie können Strategien gegen diese Rechtsverschiebung aussehen?
Ein Mitglied des Filmteams steht anschließend zur Diskussion zur Verfügung.
Filmtheater Lumiere, Geismar Landstraße 19, Göttingen
„Liza ruft!“
Filmvorführung in Anwesenheit des Regisseurs
Veranstaltet von f_act
„Liza ruft!“ ist ein bewegender und politischer Dokumentarfilm über den Holocaust, den jüdischen Widerstand und die Erinnerungspolitik in Litauen und das erste Porträt einer ehemaligen jüdischen Partisanin überhaupt. Im Gespräch mit Fania Brantsovskaya, ihren Angehörigen und Weggefährt*innen schafft „Liza ruft!“ das intime und lebendige Bild einer beeindruckenden Frau, die beides ist: ein Opfer von fortwährender Verfolgung ebenso wie eine unermüdliche und streitbare Akteurin im Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit.
Ein Mitglied des Filmteams steht anschließend zur Diskussion zur Verfügung.
KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Str. 58, Moringen
Von der Demokratie zur Diktatur — Das Männer-KZ Moringen
Führung mit Hans Helms
Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen
Anfang April 1933 richteten die Nationalsozialisten in Moringen ein KZ ein. Die Häftlinge waren Akteure aus der Arbeiterbewegung und der politischen Linken. Viele stammten aus der Region zwischen Leine und Harz. Im Juni 1933 traten Häftlinge in einen Hungerstreik. Damit wollten sie nicht nur gegen die Bedingungen der Haft demonstrieren, sondern auch auf die Gesetzlosigkeit der Haft selbst hinweisen und zugleich ein rechtsstaatliches Verfahren anmahnen. Zum Ende des Jahres 1933 wurden die Häftlinge in Polizeiaufsicht entlassen oder in andere Konzentrationslager überstellt. Auch nach dem Ende ihrer Haft blieben viele weiter politisch aktiv und wurden entsprechend wiederholt Opfer von Verfolgung und Haft, einige auch über 1945 hinaus.
St. Paulus-Kirche, Wilhelm-Weber-Str. 15, Göttingen
Konzert des Synagogalchores Hannover zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus
Veranstaltet von Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Göttingen e.V.
Der Synagogalchor Hannover pflegt die europäische jüdisch-liturgische Chormusik aus der Zeit der Hochromantik, des späten 19. bis beginnenden 20. Jahrhunderts, in der aschkenasischen Tradition Mittel- und Osteuropas. Er besteht seit Jahresbeginn 2018. Ein Großteil seiner semiprofessionellen Kammerchorbesetzung (SSAATTBB) war bis in das Jahr 2017 hinein Teil des Europäischen Synagogalchores, seinerzeit beheimatet in der hannoverschen Villa Seligmann. Der Chor, unter der musikalischen Leitung von Sören Sönksen, wird seine Zuhörer mitnehmen auf eine musikalische Reise durch die Synagogen Europas.
Altes Rathaus, Markt 9, Göttingen
Katja Sturm-Schnabl. Eine Zeitzeugin und Wissenschaftlerin im interkulturellen Dialog
Veranstaltet vom Bündnis zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus


1942 erlebte Katja Sturm-Schnabl als Kärntner Slowenin die Deportation ihrer Familie. Damals war sie sechs Jahre alt. Es folgte eine dreieinhalbjährige Lagerhaft, die ihre Schwester nicht überlebte. Nach dem Krieg kehrte die Familie nach Kärnten zurück. Katja Sturm-Schnabl holte die Schulausbildung nach, studierte Slawistik, später folgten Promotion und Habilitation. Seit 1984 lehrte und forschte sie an der Universität Wien. Ihr Forschungsgebiet ist die südslawische Literatur- und Kulturgeschichte und deren Bedeutung im Dialog von Minderheit und Mehrheitsgesellschaft in Österreich.
Nach einem einführenden Vortrag von Frau Prof. Dr. Katja Sturm-Schnabl folgt ein Gespräch zwischen der Referentin und Dr. Dietmar Sedlaczek von der KZ-Gedenkstätte Moringen.
Start/Treffpunkt: Schranke Goßlerstraße / Ecke Käte-Hamburger-Weg, Göttingen
Medizin in Göttingen im Nationalsozialismus — Die Rolle der Hebammen
Ein Stadtteilrundgang mit Cornelia Krapp, Geschichtswerkstatt Göttingen
Veranstaltet von der Geschichtswerkstatt Göttingen e.V.
Der Rundgang über das Gelände des alten Universitätsklinikums zwischen Goßlerstraße und Humboldtallee gibt eine Einführung in die Göttinger Klinikumsgeschichte und die Entwicklung der Medizinischen Fakultät in der NS-Zeit. Schwerpunktthemen sind Zwangssterilisationen in der Frauenklinik, die Rolle von Hebammen in der NS-Zeit sowie Zwangsarbeiter_innen als Patient_innen und Personal im Klinikum. Der Rundgang endet im Bereich Humboldtallee.
KGS Moringen, Waldweg 30, Moringen
Wir erinnern!
Veranstaltet von der KGS Moringen in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Moringen
Schüler*innen der KGS Moringen berichten über ihre Reise in die KZ-Gedenkstätte Auschwitz im September 2019. Die Veranstaltung steht im Zeichen des Gedenkens an die ehemaligen jüdischen Bürger*innen Moringens und an die aus Moringen nach Auschwitz deportierten Häftlinge des Jugend-KZ.
Dauerausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945“ in der BBS II, Godehardstraße 11, Göttingen
Finissage der Ausstellung „4074 Tage — Tatorte des NSU“
und Vortrag „Es ist noch lange nicht zu Ende.
Kassel nach den rechtsextremen Morden an Halit Yozgat und Walter Lübcke“
Vortrag und Diskussion mit Ayşe Güleç, Initiative 6. April, Kassel
Finissage: 14.00 bis 16.00 Uhr
Vortrag: 14.30 Uhr
Die Veranstaltung ist Teil des Rahmenprogramms der Ausstellung „4074 Tage — Tatorte des NSU“.
Veranstaltet von der Geschichtswerkstatt Göttingen e.V. und der Dauerausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945“ in Kooperation mit dem Haus der Kulturen Göttingen
Auch mehr als 13 Jahre nach der Ermordung des Kasselers Halit Yozgat durch den rechtsterroristischen NSU kann und darf kein Schlussstrich gezogen werden. Zu viele Fragen sind immer noch offen: nach der Rolle des Verfassungsschützers Andreas Temme, der am Tatort gewesen ist, nach den Akten des Verfassungsschutzes, die noch für Jahrzehnte gesperrt bleiben sollen, nach den Unterstützer_innen, die der NSU in Kassel gehabt haben muss. Wie tödlich die Gefahr ist, die von der örtlichen Neonazi-Szene bis heute ausgeht, hat der Mordanschlag auf den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke am 2. Juni 2019 gezeigt.